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06.02.2012 - 22:22 Stand: 31.07.2011
Internet: Zugang mit DSL

Internet: Zugang mit DSL

Highspeed-Zugang mit DSL

Am Schnellsten geht's zurzeit mit DSL: Während analog Geschwindigkeiten von nur 33..56 kBit/s und mit ISDN nur 64..128 kBit/s erreicht werden können, geht es bei DSL um 1.024 bis 6.144 kBit/s – mit ADSL2+ sogar um 16.128 kBit/s, oder umgerechnet 1 bis 6 und 16 MBit/s!

Zurzeit überholt sich die Entwicklung wieder schneller, als man tippen kann: Seit der Einführung von ADSL2+ Anfang vergangenen Jahres überschlagen sich die Angebote. Wurde DSL 1000 für Neuanschlüsse anfänglich kaum noch erst genommen und nicht mehr subventioniert, ist es heute der Quasi-Einstieg in Internet: Bei einem ISDN-Anschluss von →Arcor z.B. bekomme ich DSL 1000 gleich mit!
Die Tendenz geht eindeutig zu schnellen Zugängen, selbst wenn diese für den „Normal-User” überdimensioniert sein mögen! Mehr über VoIP auf Wikipedia
(neues Fenster)VoIP oder Mehr über IPTV auf Wikipedia
(neues Fenster)IPTV sind hier die Schlagworte. Mehr dazu →weiter unten auf dieser Seite.

updated!

Vergleich

Ohne jetzt auf die Daten im Einzelnen genauer einzugehen, sehen wir schon auf den ersten Blick den enormen Unterschied! Oder anders gesagt: Das Laden einer 4 MB großen Datei (z.B. eine durchschnittliche MP3-Datei) dauert:

Analog9:38
ISDN8:32
DSL light1:25
DSL 10000:32
DSL 20000:16
DSL 60000:05
DSL 160000:02

Hinweis: Dies sind rein theoretische und rechnerische Werte - sie sollen lediglich zum Vergleich dienen! Tatsächlich dauert der Download in der Praxis länger (abhängig z.B. von Server-Standort und -Auslastung): so kann der Modemdownload am Ende durchaus 10 bis 15 Minuten dauern; bei DSL kommen einzelne Downloads selten über 3000 kBit/s!

Begriffe

DSL heißt einfach "Digitale Anschlussleitung"" und bedeutet ganz allgemein die Technik, Daten mit hoher Geschwindigkeit zu übertragen. ADSL ist im Einzelnen das spezifische Verfahren, dieses asynchron zu tun - nämlich mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten für Up- und Download (also von Ihnen weg langsamer als zu Ihnen hin). T-DSL hingegen ist nur der Markenname der T-Com für deren ADSL.

Darüber hinaus gibt es noch sog. Business-DSL (SDSL oder Standleitungen bis 622Mbps) und VDSL (synchron bis 25 oder 50 MBit/s), auf die ich hier allerdings aufgrund der Komplexität nicht weiter eingehe.

 

Hardware

Technische Voraussetzungen

Je höher die Geschwindigkeit, desto geringer darf die Entfernung zur Vermittlungsstelle sein. Das bedeutet sogar, dass - z.B. in ländlichen Regionen - die Entfernung so groß sein kann, dass DSL überhaupt nicht verfügbar ist!
Außerdem ist für DSL das gute, alte Kupferkabel zwingend erforderlich: liegt bei Ihnen das hochgepriesene Glasfaserkabel, können Sie DSL auch vergessen!

DSL-Modem

Erst einmal muss die Telefonleitung aufgeteilt werden zwischen Telefon und DSL. Das erledigt ein sog. Mehr über Splitter auf Wikipedia
(neues Fenster)Splitter, der vom Provider zur Verfügung gestellt wird. Dort wird dann ein DSL-Modem angeschlossen. Das kann eine →Fritz! DSL-Card sein, die intern als PCI- oder PCMCIA-Karte eingebaut oder eine externe Box mit USB-Anschluss.

Anleitung: →Weitere Details zum Anschluss der einzelnen Geräte habe ich hier bereitgestellt!

Am verbreitetsten sind die - von den Provider bei Neuanschluss i.d.R. subventionierten - DSL-Modems (eigentlich "NTBBA" oder "ATU-R" :-), die über Netzwerk mit dem Computer verbunden werden.
Gegen geringen Mehrpreis (ca. 40 €) gibt es meist auch ein WLAN-Modem zur kabellosen Funkübertragung. Das sind dann sogar meist vollständige Router, mit denen Sie ein komplettes Netzwerk mit mehreren Rechnern aufbauen können!

Achtung: Für ADSL2+ benötigen Sie zwingend ein aktuelles Modem, da die bisherigen Modems diesen Standard nicht unterstützen! ADSL2+ ist zwar abwärtskompatibel und funktioniert auch mit älteren Modems, dann aber nur mit DSL-Geschwindigkeit...! Achten Sie ggf. darauf, ob das Modem den Standard "ITU-T G.992.5" unterstützt! Bei besseren Modellen erreichen Sie dieses häufig bereits durch ein einfaches Firmware-Update (Aktualisierung der integrierten Software).

Um das Netzwerk zwischen Modem und Computer aufzubauen, brauchen Sie dann noch einen Netzwerk- oder einen WLAN-Adapter im Rechner selber. Kabelgebundene Netzwerk-Anschlüsse sind heute in modernen PCs schon die Regel, WLAN-Adapter gibt es auf →Ebay mittlerweile schon ab ca. 15 Euro aufwärts, für ein gutes Modell müssen Sie rund 30€ investieren.

Wichtig: Bitte beachten Sie, dass die Einrichtung eines WLAN-Netzes eine potentielles Sicherheitsrisiko darstellt! Ich werde dazu in Bälde ein Kapitel über WLAN-Einrichtung erstellen. Kurz gesagt: Nur WPA-Verschlüsselung ist sicher, je größer der Schlüssel, desto besser. Lediglich die SID zu verstecken oder die WEP-Verschlüsselung reichen nicht: letztgenannte ist in wenigen Minuten (!) zu knacken! Literaturtipp: →PC Professionell.

Anbieter

Wie auch im vorigen Kapitel über →ISDN beschrieben, müssen Sie für DSL nicht zwingend einen Anschluss der T-Com haben. Während einige Provider noch einen T-DSL-Anschluss voraussetzen, bietet z.B. →1&1 oder →Freenet einen eigenen DSL-Aschluss oder →Arcor gar einen kompletten Vollanschluss (Telefon und DSL aus einer Hand).

Das kann sogar bedeuten, dass an Ihrer Adresse zwar kein T-DSL, aber trotzdem ein Arcor-ISDN/DSL-Anschluss verfügbar ist. Dieses habe ich in der Praxis selber erfahren müssen.

Die meisten Anbieter inzwischen nur noch die schnelleren DSL-Anschlüsse subventionieren, ist bei →Arcor DSL 1000 immer noch zu null Euro Einrichtungsgebühren zu bekommen, hier ist DSL 1000 inzwischen inbegriffen un dSie zahlen lediglich die genutzten Minuten. Ideal ist dies für Einsteiger und Gelegenheitssurfer, denen das analoge Surfen zu langsam ist!

Eine Flat ist allerdings erst ab DSL 2000 zu bekommen und schlägt daher mit knapp 15 Euro zusätzlich zu Buche! Allerdings inklusiver erhöhtem Upstream von 384 kBit/s.

Allerdings bietet Arcor nur ISDN-Anschlüsse (keine "normalen" Analoganschlüsse), und ist daher mit 19,95 € monatlicher Grundgebühr etwa 4 Euro teurer ist als der herkömmliche T-Net-Anschluss. Addiert man aber sämtliche Kosten, stehen bei Arcor für ISDN + DSL (inkl. 1GB) 19,95 + 10,00 = 29,95 € p.M. unterm Strich; der günstigste Einstieg bei der T-Com kostet für T-Net, DSL und Starttarif (30h) 15,95 + 16,95 + 4,95 = 37,85 € im Monat.
Da gibt es mit Arcor-ISDN doch deutlich mehr für weniger Geld...

Tarife

Welcher Tarif am Besten ist, hängt vom Einzelfall ab. Grundsätzlich unterscheiden wir drei Tarifmodelle:

Zeittarif

Vom Analog- und ISDN-Zugang bekannt, ist er für DSL-Kunden eine fast ausgestorbene Tarifart. Abgerechnet wird hier im Minutentakt. →T-Online Start bietet z.B. für 4,95 € im Einsteigertarif 30 Freistunden zzgl. 1,59ct pro zusätzlicher Minute.

 

Volumentarif

Bei DSL gebräuchlicher ist diese Abrechnungsart, bei der Sie theoretisch beliebig lange online bleiben können. Abgerechnet wird dabei nur das tatsächlich übertragene Volumen. Dieses summiert sich aus abgerufenen Seiten oder Downloads, verschickten und empfangenen Emails, sowie weiterer Übertragungsarten wie z.B. →Google Earth. Letztgenanntes ist z.B. ein wahrer Datenschlund und für Volumentarife ebenso wenig geeignet wie Mehr über Tauschbörsen auf Wikipedia
(neues Fenster)Tauschbörsen.

Die kleinsten Pakete beinhalten 1.000 MB: das ist zwar recht knapp, reicht aber meist aus. T-Online beispielsweise bietet inzwischen gar keinen Volumentarif mehr an.

Flatrate

Die beliebteste Variante: Für einen Pauschalpreis können Sie so lange und so viel surfen, wie Sie wollen. Allerdings ist nach 24h ununterbrochener Online-Zeit eine Zwangstrennung üblich. Damit wird z.B. das Betreiben eines eigenen Webservers unterbunden, durch automatische Wiedereinwahl merken Sie aber i.d.R. nichts von dieser Trennung.

Aber Vorsicht: Flat ist nicht gleich Flat! Auch, wenn die Anbieter mit "unbegrenztem Datenvolumen" werben, hat die Verbraucherzentrale bereits zwei (namhafte!) Provider abgemahnt, die Kunden mit "überdurchschnittlichen Nutzungsverhalten" loswerden wollten: teilweise sogar mit Abfindung, sofern diese unterschreiben würden, nie wiederzukommen! Quelle: →ARD Plusminus.

Bei →Arcor kostet die Flatrate 4,95 €, ist aber eigentlich erst ab DSL 2000 zu haben, welches 5 € extra kostet, oder in Verbindung mit einer Telefon-Flat für 9,95 €. →T-Online berechnet immer 9,95 €, →Freenet 8,90 €, AOL und →1&1 jeweils 9,99 €. →1&1 und →Freenet bieten wiederum in einigen Städten vergünstigte City-Flats für knapp unter 5 € an.
Die z.B. bei →Tele2 angebotene 0 €-Flat ist hingegen ein reines Aktionsangebot und kostet ab dem zweiten Jahr ebeso viel wie bei allen anderen!

Welche Geschwindigkeit ist zu empfehlen?

Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten - hängt sie doch von mehreren Faktoren ab. Der "normale sterbliche" Internet-Nutzer wird mit DSL 1000 bestens zurechtkommen, ist es doch fast 20mal schneller als ein analoges Modem! Marketingstrategisch ist allerdings inzwischen bei fast allen Anbietern die Anschlussgebühr-Befreiung für DSL 1000 weggefallen und für DSL 2000 zeichnet sich eine ähnliche Tendenz ab!

Rechne ich jedoch diese knapp 50 Euro um auf den monatlichen Mehrpreis (etwa 3 €) von DSL 2000 bei einer Mindestlaufzeit von 12 Monaten, kommen mich diese rund 36 Euro am Ende günstiger! Ganz abgesehen davon, dass ich dafür auch noch mehr Leistung erhalte! Nach der Mindestvertragslaufzeit könnte ich ja immer noch (rechtzeitig!) auf DSL 1000 zurückgehen...

Die ganz hohen Geschwindigkeiten sind erst einmal für Mehrbenutzer- umgebungen interessant! DSL 3000 ist für Neuanschlüsse meist nicht mehr zu bekommen - zugunsten von DSL 6000. Das seit Jahresbeginn eingeführte ADSL2+ mit DSL 16000 ist jedoch noch nicht flächendeckend verfügbar, aber ganz groß im Kommen.

Große Datenmengen benötigen schnelle Anschlüsse: teilen sich mehrere Benutzer einen Anschluss (Familie, WG, Bürogemeinschaft, ...), darf es gerne eine höhere Bandbreite sein!
Für Internet-Telefonie (VoIP) sollte man mindestens DSL 2000 haben, wenn man gleichzeitig telefonieren und surfen will, eher darüber! Zukünftige Dienste – TV-Streaming etc. – sind ebenfalls nur mit sehr hohen Bandbreiten erträglich.

Das Problem mit dem Flaschenhals: Am Ende bringt es Ihnen nichts, über eine theoretische Bandbreite von 16 MBit/s zu verfügen, wenn die Daten aus dem Netz nicht schnell genug herankommen! Das ist so, als wenn Sie Ihren Porsche auch nicht ausfahren können, weil ein Limit von 120 Sie daran hindert.... Wer allerdings HDTV über T-DSL braucht, für den ist sogar DSL 6000 noch zu langsam!

Bei einem Preisvergleich entscheidet man sich dann sowieso schnell für eine höhere Bandbreite: bei →Arcor ist DSL-16000 gerade von 25 auf 18,- Euro p.M. gesenkt worden – das ist günstiger als →T-DSL 2000 – und mit 800 kBit/s Upstream ein faszinierendes Erlebnis... ;-)

Verfügbarkeit

Einen Faktor haben wir noch gar nicht angesprochen: Die Verfügbarkeit! DSL ist ja grundsätzlich nur verfügbar bei einer nicht zu großen Entfernung zur nächstgelegenen Vermittlungsstelle: je größer die Entfernung, desto höher die Leitungsdämpfung. Und je höher die Dämpfung, desto geringer die zu erreichende Geschwindigkeit!
Bekanntestes Beispiel dafür ist T-DSL light mit 384 kBit/s Downstream: dieses wird neuerdings dort geschaltet, wo aufgrund zu hoher Leitungsdämpfung eigentlich gar kein DSL verfügbar wäre - aber immerhin noch gerade innerhalb der Toleranzen eine geringe Geschwindigkeit möglich ist! Das ist allerdings immer noch 6mal so schnell wie ISDN! Wen wundert's da, dass die T-Com bei T-DSL light nicht mal einen Preisnachlass gewährt...
So könnte im Einzelfall z.B. zwar DSL 3000, aber kein DSL 6000 möglich sein. Einige Provider schalten dafür - nach Absprache - DSL 3000 mit höherem Upstream.

Achtung: DSL 1000, 2000, usw. bedeutet keine garantierte Geschwindigkeit von 1000, 2000 etc. kBit/s:

Upstream:Downstream:
DSL 1000    384 bis 1.024 kBit/sbis 128 kBit/s
DSL 2000 1.025 bis 2.048 kBit/sbis 192 (384) kBit/s
DSL 6000 2.049 bis 6.144 kBit/sbis 640 kBit/s
DSL 16000 6.145 bis 16.128 kBit/sbis 800 kBit/s

Interessante Seiten zum Testen Ihrer Geschwindigkeit finden Sie übrigens rechts in der "Wichtige Links"-Auflistung.

Upstream

Ein weiteres - sehr wichtiges - Argument für eine höhere Geschwindigkeit ist der Upstream: Wer sehr viele Daten hochladen muss - z.B. weil er häufig EMails mit großen Dateianhängen verschickt, Webserver betreut oder Videokonferencing nutzt - für den wird eine größere Bandbreite von Nutzen sein!

Bei einigen Providern kann man optional gegen Aufpreis höhere Upstream-Bandbreiten buchen. Allerdings ist dieses nur unwesentlich günstiger als die nächsthöhere DSL-Stufe, sodass das meist nicht attraktiv ist.

Zum Vergleich

 ISDN1000200030002600016000
Download *64/12831.0242.0483.0726.14416.128
Upload *64/1283128192384640800
Optionaler Upstream *- -3844512 - -

*) Alle Angaben in kBit/s

2) DSL 3000 für Neuanschlüsse i.d.R. nicht mehr verfügbar

3) Doppelte Bandbreite bei Kanalbündelung, dabei enstehen auch doppelte Kosten!

4) Bei Arcor inzwischen Standard ohne Aufpreis!

 
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Im Zeitalter der Reissverschlüsse gibt es keine zugeknöpften Frauen mehr, sondern nur noch gerissene.
Ernst Stankovski
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