Welche Geschwindigkeit ist zu empfehlen?
Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten - hängt sie doch von mehreren Faktoren ab.
Der "normale sterbliche" Internet-Nutzer wird mit DSL 1000 bestens zurechtkommen, ist es doch fast 20mal schneller als ein analoges Modem!
Marketingstrategisch ist allerdings inzwischen bei fast allen Anbietern die Anschlussgebühr-Befreiung für DSL 1000 weggefallen und für DSL 2000 zeichnet sich eine ähnliche Tendenz ab!
Rechne ich jedoch diese knapp 50 Euro um auf den monatlichen Mehrpreis (etwa 3 €) von DSL 2000 bei einer Mindestlaufzeit von 12 Monaten,
kommen mich diese rund 36 Euro am Ende günstiger! Ganz abgesehen davon, dass ich dafür auch noch mehr Leistung erhalte!
Nach der Mindestvertragslaufzeit könnte ich ja immer noch (rechtzeitig!) auf DSL 1000 zurückgehen...
Die ganz hohen Geschwindigkeiten sind erst einmal für Mehrbenutzer- umgebungen interessant!
DSL 3000 ist für Neuanschlüsse meist nicht mehr zu bekommen - zugunsten von DSL 6000.
Das seit Jahresbeginn eingeführte ADSL2+ mit DSL 16000 ist jedoch noch nicht flächendeckend verfügbar, aber ganz groß im Kommen.
Große Datenmengen benötigen schnelle Anschlüsse: teilen sich mehrere Benutzer einen Anschluss (Familie, WG, Bürogemeinschaft, ...), darf es gerne eine höhere Bandbreite sein!
Für Internet-Telefonie (VoIP) sollte man mindestens DSL 2000 haben, wenn man gleichzeitig telefonieren und surfen will, eher darüber!
Zukünftige Dienste – TV-Streaming etc. – sind ebenfalls nur mit sehr hohen Bandbreiten erträglich.
Das Problem mit dem Flaschenhals: Am Ende bringt es Ihnen nichts, über eine theoretische Bandbreite von 16 MBit/s zu verfügen,
wenn die Daten aus dem Netz nicht schnell genug herankommen! Das ist so, als wenn Sie Ihren Porsche auch nicht ausfahren können, weil ein Limit von 120 Sie daran hindert....
Wer allerdings HDTV über T-DSL braucht, für den ist sogar DSL 6000 noch zu langsam!
Bei einem Preisvergleich entscheidet man sich dann sowieso schnell für eine höhere Bandbreite: bei Arcor ist DSL-16000 gerade von 25 auf 18,- Euro p.M. gesenkt worden
– das ist günstiger als T-DSL 2000 – und mit 800 kBit/s Upstream ein faszinierendes Erlebnis... ;-)
Verfügbarkeit
Einen Faktor haben wir noch gar nicht angesprochen: Die Verfügbarkeit! DSL ist ja grundsätzlich nur verfügbar bei einer nicht zu großen Entfernung zur nächstgelegenen Vermittlungsstelle:
je größer die Entfernung, desto höher die Leitungsdämpfung. Und je höher die Dämpfung, desto geringer die zu erreichende Geschwindigkeit!
Bekanntestes Beispiel dafür ist T-DSL light mit 384 kBit/s Downstream: dieses wird neuerdings dort geschaltet, wo aufgrund zu hoher Leitungsdämpfung eigentlich gar kein DSL verfügbar wäre -
aber immerhin noch gerade innerhalb der Toleranzen eine geringe Geschwindigkeit möglich ist! Das ist allerdings immer noch 6mal so schnell wie ISDN!
Wen wundert's da, dass die T-Com bei T-DSL light nicht mal einen Preisnachlass gewährt...
So könnte im Einzelfall z.B. zwar DSL 3000, aber kein DSL 6000 möglich sein. Einige Provider schalten dafür - nach Absprache - DSL 3000 mit höherem Upstream.
Achtung: DSL 1000, 2000, usw. bedeutet keine garantierte Geschwindigkeit von 1000, 2000 etc. kBit/s:
| Upstream: | Downstream: |
| DSL 1000 | 384 bis 1.024 kBit/s | bis 128 kBit/s |
| DSL 2000 | 1.025 bis 2.048 kBit/s | bis 192 (384) kBit/s |
| DSL 6000 | 2.049 bis 6.144 kBit/s | bis 640 kBit/s |
| DSL 16000 | 6.145 bis 16.128 kBit/s | bis 800 kBit/s |
Interessante Seiten zum Testen Ihrer Geschwindigkeit finden Sie übrigens rechts in der "Wichtige Links"-Auflistung.
Upstream
Ein weiteres - sehr wichtiges - Argument für eine höhere Geschwindigkeit ist der Upstream:
Wer sehr viele Daten hochladen muss - z.B. weil er häufig EMails mit großen Dateianhängen verschickt, Webserver betreut oder Videokonferencing nutzt -
für den wird eine größere Bandbreite von Nutzen sein!
Bei einigen Providern kann man optional gegen Aufpreis höhere Upstream-Bandbreiten buchen.
Allerdings ist dieses nur unwesentlich günstiger als die nächsthöhere DSL-Stufe, sodass das meist nicht attraktiv ist. |